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Lageportal
Zielsetzung
Das Ziel des Lageportals ist die Visualisierung aktueller außergewöhnlicher Zustände innerhalb eines definierten geografischen Bereichs.
Dadurch wird ein Gesamtüberblick darüber geschaffen, in welchen Gebieten derzeit ein besonders hohes Belastungs- bzw. Stressniveau für die Gefahrenabwehr besteht.
Hierzu werden möglichst viele unterschiedliche Datenquellen eingebunden, ausgewertet und in ein einheitliches Format überführt. Die betroffenen Gebietskörperschaften werden anschließend entsprechend ihrer Bewertung farblich hervorgehoben.
Für die Bewertung sind vier Warnstufen definiert:
| Stufe | Bezeichnung | Beschreibung |
| 1 | Info | Geringe Auffälligkeit |
| 2 | Aufmerksamkeit | Erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich |
| 3 | Warnung | Kritische Lage mit erhöhtem Handlungsbedarf |
| 4 | Extrem | Außergewöhnliche bzw. extreme Lage |
Die Farbgebung orientiert sich an den Warnkriterien des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Einrichtung
Import der Gebietsdaten
Vor der Einrichtung der Schnittstellen müssen die zu überwachenden Gebiete importiert werden.
Hierzu erfolgt im Editor unter Map → Kreise und Gemeinden ein Import der Landkreise, die im Lageportal betrachtet werden sollen.
Während des Imports werden folgende Daten in den lokalen Datenbestand übernommen:
* Vereinfachte Geometrien der Landkreise * Vereinfachte Geometrien der Gemeinden * Einwohnerzahlen der jeweiligen Gebietskörperschaften
Diese Daten bilden die Grundlage für die spätere Visualisierung und Bewertung.
Konfiguration der Schnittstellen
Nach dem Import der Gebietsdaten können die gewünschten Schnittstellen über die EDP-Konfiguration eingerichtet werden.
Neben den verpflichtenden Schnittstellen können je nach Anwendungsfall weitere Datenquellen integriert werden.
Unterstützte Schnittstellen
| Schnittstelle | Beschreibung |
| Lageportal | Übernimmt die Abstraktion des Einsatzgeschehens sowie der Einsatzmittelverfügbarkeit aus dem lokalen EDP-System. Diese Schnittstelle empfiehlt sich insbesondere für übergeordnete Systeme, die als Sync-Master fungieren und vorhandene Daten in das Standardformat des Lageportals überführen. |
| Hochwasserzentrale | Übernimmt zyklisch Pegelstände in das System und stellt diese in einem POI-Layer dar. Auffällige Pegelstände werden zusätzlich in das Datenformat des Lageportals überführt und in die Bewertung einbezogen. |
| Wetterstation DWD | Importiert Wetterstationsdaten aus einem definierten Bereich. Die Daten werden visualisiert und hinsichtlich Niederschlagsmenge, Windstärke sowie optional Temperatur bewertet und in das Lagebild übernommen. |
| KONRAD3D | Erstellt einen Datenlayer mit den aktuellen Gewitterzell-Trackings des Deutschen Wetterdienstes. Zusätzlich werden Gebiete überwacht, in denen aktuell Gewitterzellen aktiv sind. Für betroffene Gebiete werden automatisch entsprechende Lageportalmeldungen erzeugt. |
Datenformat und Datenstruktur
Das Lageportal ist darauf ausgelegt, unterschiedlichste Lageinformationen in ein standardisiertes Datenformat zu überführen und einheitlich darzustellen.
Hierfür besteht jede Lageinformation aus den folgenden Bestandteilen:
| Feld | Beschreibung |
| Kategorie | Oberste fachliche Einordnung der Information |
| Subkategorie | Weitere fachliche Differenzierung innerhalb der Kategorie |
| Typ | Konkrete Ausprägung der Information |
| Wert | Numerischer Wert oder alternativ ein Freitext |
Beispiel
| Kategorie | Subkategorie | Typ | Wert |
| Einsätze | Einsatzaufkommen | Feuerwehr | 25 |
| Einsätze | Einsatzaufkommen | Rettungsdienst | 18 |
| Einsätze | Einsatzaufkommen | Gesamt | 43 |
Für bestimmte Typen, beispielsweise reine Informationsmeldungen, kann anstelle eines numerischen Wertes auch ein Textwert übermittelt werden.
Jeder Kategorie ist ein spezifisches Icon zugeordnet, das an verschiedenen Stellen innerhalb der Benutzeroberfläche verwendet wird.
Bewertungssystem
Für jede Kombination aus Kategorie, Subkategorie und Typ kann eine automatisierte Bewertung konfiguriert werden.
Diese Bewertung erfolgt über einen Schweregrad (Severity), der angibt, wie kritisch bzw. außergewöhnlich eine Information einzustufen ist.
Severity-Stufen
Für jeden Typ werden Schwellenwerte für die Severity-Stufen 1 bis 4 definiert.
Das System unterstützt sowohl:
* steigende Schwellenwerte (z. B. Einsatzaufkommen) * fallende Schwellenwerte (z. B. Frosttemperaturen oder sinkende Einsatzmittelverfügbarkeit)
Dadurch können sowohl hohe als auch niedrige Messwerte zu höheren Warnstufen führen.
Beispiel
| Severity | Schwellenwert |
| 1 | 5 |
| 2 | 10 |
| 3 | 20 |
| 4 | 40 |
oder
| Severity | Schwellenwert |
| 1 | 0 °C |
| 2 | -2 °C |
| 3 | -5 °C |
| 4 | -10 °C |
Einwohnerbezogene Bewertung
Optional können Schwellenwerte in Relation zur Einwohnerzahl eines Gebietes bewertet werden.
Hierfür wird ein Bezugsfaktor definiert, typischerweise 10.000 Einwohner.
Ein Schwellenwert von 5 würde in diesem Fall bedeuten:
5 Ereignisse pro 10.000 Einwohner.
Beispiel:
| Einwohnerzahl | Aktive Einsätze | Bewertung |
| 10.000 | 5 | Schwellenwert erreicht |
| 20.000 | 10 | Schwellenwert erreicht |
| 50.000 | 25 | Schwellenwert erreicht |
Mindest-Einwohnerzahl
Um überproportional hohe Bewertungen in kleinen Gemeinden zu vermeiden, verwendet das System bei der Berechnung eine Mindest-Einwohnerzahl von 2.500 Einwohnern.
Liegt die tatsächliche Einwohnerzahl darunter, wird für die Bewertung dennoch der Wert 2.500 Einwohner angesetzt.