Zielsetzung und Logik Lageportal

Das Ziel des Lageportals ist die Visualisierung aktueller außergewöhnlicher Zustände innerhalb eines definierten geografischen Bereichs.

Dadurch wird ein Gesamtüberblick darüber geschaffen, in welchen Gebieten derzeit ein besonders hohes Belastungs- bzw. Stressniveau für die Gefahrenabwehr besteht.

Hierzu werden möglichst viele unterschiedliche Datenquellen eingebunden, ausgewertet und in ein einheitliches Format überführt. Die betroffenen Gebietskörperschaften werden anschließend entsprechend ihrer Bewertung farblich hervorgehoben.

Für die Bewertung sind vier Warnstufen definiert:

Stufe Bezeichnung Beschreibung
1 Info Geringe Auffälligkeit
2 Aufmerksamkeit Erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich
3 Warnung Kritische Lage mit erhöhtem Handlungsbedarf
4 Extrem Außergewöhnliche bzw. extreme Lage

Die Farbgebung orientiert sich an den Warnkriterien des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Datenformat und Datenstruktur

Das Lageportal ist darauf ausgelegt, unterschiedlichste Lageinformationen in ein standardisiertes Datenformat zu überführen und einheitlich darzustellen.

Hierfür besteht jede Lageinformation aus den folgenden Bestandteilen:

Feld Beschreibung
Kategorie Oberste fachliche Einordnung der Information
Subkategorie Weitere fachliche Differenzierung innerhalb der Kategorie
Typ Konkrete Ausprägung der Information
Wert Numerischer Wert oder alternativ ein Freitext

Beispiel

Kategorie Subkategorie Typ Wert
Einsätze Einsatzaufkommen Feuerwehr 25
Einsätze Einsatzaufkommen Rettungsdienst 18
Einsätze Einsatzaufkommen Gesamt 43

Für bestimmte Typen, beispielsweise reine Informationsmeldungen, kann anstelle eines numerischen Wertes auch ein Textwert übermittelt werden.

Jeder Kategorie ist ein spezifisches Icon zugeordnet, das an verschiedenen Stellen innerhalb der Benutzeroberfläche verwendet wird.

Bewertungssystem

Für jede Kombination aus Kategorie, Subkategorie und Typ kann eine automatisierte Bewertung konfiguriert werden.

Diese Bewertung erfolgt über einen Schweregrad (Severity), der angibt, wie kritisch bzw. außergewöhnlich eine Information einzustufen ist.

Severity-Stufen

Für jeden Typ werden Schwellenwerte für die Severity-Stufen 1 bis 4 definiert.

Das System unterstützt sowohl:

* steigende Schwellenwerte (z. B. Einsatzaufkommen) * fallende Schwellenwerte (z. B. Frosttemperaturen oder sinkende Einsatzmittelverfügbarkeit)

Dadurch können sowohl hohe als auch niedrige Messwerte zu höheren Warnstufen führen.

Beispiel
Severity Schwellenwert
1 5
2 10
3 20
4 40

oder

Severity Schwellenwert
1 0 °C
2 -2 °C
3 -5 °C
4 -10 °C

Einwohnerbezogene Bewertung

Optional können Schwellenwerte in Relation zur Einwohnerzahl eines Gebietes bewertet werden.

Hierfür wird ein Bezugsfaktor definiert, typischerweise 10.000 Einwohner.

Ein Schwellenwert von 5 würde in diesem Fall bedeuten:

5 Ereignisse pro 10.000 Einwohner.

Beispiel:

Einwohnerzahl Aktive Einsätze Bewertung
10.000 5 Schwellenwert erreicht
20.000 10 Schwellenwert erreicht
50.000 25 Schwellenwert erreicht

Mindest-Einwohnerzahl

Um überproportional hohe Bewertungen in kleinen Gemeinden zu vermeiden, verwendet das System bei der Berechnung eine Mindest-Einwohnerzahl von 2.500 Einwohnern.

Liegt die tatsächliche Einwohnerzahl darunter, wird für die Bewertung dennoch der Wert 2.500 Einwohner angesetzt.